Das Niederselterser Freibad hat ohne Zweifel eine ereignisreiche Geschichte:

Es entstand in nationalsozialistischer Zeit, wurde nach dem 2. Weltkrieg arg vernachlässigt und danach dreimal grundhaft erneuert. Deshalb wurde anlässlich seines 75. Jubiläums ein kleines Buch herausgegeben, das eindrucksvoll die geschichtlichen Vorgänge in den einzelnen Zeitabschnitten dokumentiert:

1933
begründete der damalige Bürgermeister den Schwimmbadbau mit der Feststellung: „Im ganzen Dorf von ca. 1.600 Einwohnern sind kaum 6 Hausbadeeinrichtungen vorhanden, so dass zur Erhaltung und Förderung der Gemeinde die Errichtung eines Freibades unbedingt notwendig ist.“

1934
wurden die Niederselterser Bauern zu Darlehen verpflichtet, die sie für die Schwimmbadfinanzierung bereitstellen mussten. Politische Gegner des Schwimmbadbaues wurden mit der Einweisung in Konzentrationslager bedroht.

1936
erfolgte die Eröffnung ohne nationalsozialistische Parteiprominenz, anschließend wurde Niederselters zahlungsunfähig. Der Name „Adolf-Hitler-Bad“ findet sich nur in den behördlichen Akten.

1959
brannte der 1936 errichtete Umkleidetrakt vollständig aus, ein Neubau wurde beschlossen.

1971
beendete man eine großzügige Sanierung, das Badewasser wird danach beheizt.

2007
wurde das für 2,4 Millionen Euro sanierte Freizeit- und Erlebnisbad den Badegästen übergeben. Der Besuch steigt kontinuierlich an.

 

Das ausführliche Buch über die Geschichte des Selterser Schwimmbades ist für 3,00 € im Rathaus der Gemeinde Selters (Taunus) und an der Schwimmbadkasse erhältlich.